TV Delstern I - VfB Westfalia Wetter 23:23 (12:12)
11.12.2011
Soll man sich über einen gewonnen Punkt freuen, oder über einen verlorenen Punkt ärgern?
Wie fast immer nach einem Unentschieden, weiß man es nicht so recht. Gefühlt überwiegt eher die Enttäuschung, nicht über das Ergebnis, eher über unsere Leistung. Was letztlich auch zeigt, wie deutlich unsere eigenen Erwartungen an unsere Leistung durch die Erfolge der letzten Wochen bereits gestiegen sind. Vielleicht schon zu hoch? Egal...
Um das Fazit vorwegzunehmen: Gegen einen zwar personell dezimierten, aber umso mehr fightenden Gegner machten wir einfach zu viele Fehler, um als Sieger vom Platz zu gehen. Da man ein solches Spiel gerne auch mal verlieren kann und wir unser Glückspotential an knappen Siegen in den letzten Wochen scheinbar aufgebraucht haben, können und müssen wir letztlich mit dem Punkt gut leben.
Zum Spiel:
Nach ausgeglichenem Start (3:3) konnten wir uns über 5:3 auf
10:7 absetzen. Bereits in den ersten 20 Minuten zeigten sich jedoch die
Mängel, die sich heute wie ein roter Faden durch das Spiel
zogen. Delstern hatte zwar keine gefährlichen
Rückraumschützen, schaffte es aber immer wieder durch
gutes Stoßen und schnelle Ballzirkulation freie Schusschancen
zu erzeugen, die dann sehr gut meist über den
Kreisläufer genutzt wurden, dazu kamen etliche Siebenmeter.
Wir verschoben im Deckungsverband einfach nicht gut genug. Obwohl wir
im Vorfeld vor den schnellen Gegenstößen gewarnt
hatten, luden wir durch leichtfertige Ballverluste Delstern leider in
regelmäßigen Abständen zu deisem
Gelegenheiten ein. Diese nutzen die Chancen eiskalt und konnte so einen
Rückstand immer wieder egalisieren.
Wir ließen dagegen heute im Angriff einfach zu viele klarste
Chancen aus. In Halbzeit 1 zwei Siebenmeter und einige freie
Schüsse und im zweiten Durchgang mindestens fünf
Tempogegenstöße, die ohne Übersicht
abgeschlossen, zum Teil durch technische Fehler zunichte gemacht
wurden.
So konnte weder in Halbzeit 1 eine beruhigende Führung
herausgeworfen werden (mit 12:12 ging es in die Halbzeit), noch
schafften wir es in Halbzeit 2 nach 12:14 Rückstand und einer
nachfolgenden guten Phase und einer 20:17 Führung diese
über die Runden zu bringen.
Insbesondere in der Phase, als wir endlich etwas Sicherheit in der Abwehr gefunden hatten (so in der 35-45 Minute) und das Spiel zu unseren Gunsten hätten entscheiden können, produzierten wir die oben beschriebenen Fahrkarten bei 100%-igen Chancen im Angriff, gepaart mit Abspielfehlern, die Delstern nutzte, um Anschluss zu finden. Tuffis sicherlich überzogene rote Karte nach einer unglücklichen aber nicht bösen Abwehrsituation genau in dieser Phase trug zudem zu etwas Unsicherheit in unserem Spiel bei. Dank Stony, der eine überragende Partie spielte, blieben wir zumindest in der Schlussphase immer mit einem Tor in Front. Diesmal hatten wir in der Endphase dann aber eben nicht das Glück, dass man braucht, wenn man nicht gut spielt, um so ein Spiel noch zu gewinnen. So konnte James einen Siebenmeter beim Stand von 22:21 für uns zwar halten, aber der Ball kam genau zum Schützen zurück, der dann im zweiten Versuch einnetzte. Auch die 23:22 Führung brachten wir nicht über die Zeit. Delsterns Kreisläufer konnte erneut 40 Sekunden vor Ende eine (wieder viel zu große) Lücke zum Ausgleich nutzen. Unser letzter Angriff verpuffte erfolglos, so dass das Spiel sicherlich insgesamt verdient mit 23:23 endete.
Im nächsten Spiel kommt es zu einer Partie der beiden Mannschaften, die sicherlich mit ganz anderen, geringeren Erwartungen in die Saison gegangen sind und sich nun plötzlich auf vorderen Tabellenplätzen wiederfinden. Gegen Herdecke (Tabellendritter und mit einer beeindruckenden Siegesserie) kommt ein ganz starker Gegner, der uns im letzten Spiel des Jahres nochmals alles abverlangen wird.
Michael Knöpel, Pressewart des VfB Westfalia Wetter-Wengern